Abgebrochener Zahn bei Hund und Katze: Zahnfrakturen behandeln

Zahnfrakturen sind vor allem bei Hunden häufig, auch Katzen können sie nach einem Trauma entwickeln. Nicht jede Fraktur sieht gleich aus und nicht jede benötigt dieselbe Therapie.
Welche Zahnfrakturen gibt es?
Das American Veterinary Dental College unterscheidet unter anderem:
- Schmelzinfraktion: Riss im Schmelz ohne Verlust von Zahnhartsubstanz
- Schmelzfraktur: Verlust von Zahnschmelz
- unkomplizierte Kronenfraktur: Schmelz und Dentin betroffen, Pulpa nicht eröffnet
- komplizierte Kronenfraktur: Fraktur mit Eröffnung der Pulpa
- unkomplizierte und komplizierte Kronen-Wurzel-Fraktur
- Wurzelfraktur
Warum muss ein abgebrochener Zahn untersucht werden?
Das Ausmaß einer Fraktur ist nicht immer von außen erkennbar. Bei einer eröffneten Pulpa (dem „Zahnnerv“) können Bakterien direkt in das Zahninnere gelangen. Daraus können eine Pulpitis, ein Absterben der Pulpa und schließlich eine Entzündung an der Wurzelspitze entstehen, auch wenn das Tier scheinbar keine Schmerzen zeigt.
Behandlung einer unkomplizierten Fraktur
Sind ausschließlich Schmelz oder Dentin betroffen und zeigt das Röntgenbild keinen Hinweis auf eine Erkrankung von Pulpa oder Wurzel, können je nach Befund das Glätten scharfer Kanten, die Versiegelung des freiliegenden Dentins oder eine Kompositrestauration ausreichen. So lassen sich Empfindlichkeit verringern und das Eindringen von Bakterien verhindern.
Behandlung einer komplizierten Fraktur
Bei einer Fraktur mit eröffneter Pulpa stehen grundsätzlich zwei Möglichkeiten im Vordergrund:
- Zahnerhalt durch Endodontie: Vitalpulpentherapie bei einem geeigneten vitalen Zahn oder Wurzelkanalbehandlung bei einem nicht vitalen Zahn.
- Zahnextraktion: insbesondere wenn der Zahn nicht erhaltungsfähig ist oder eine endodontische Behandlung keine sinnvolle Prognose bietet.
Bei strategisch wichtigen Zähnen, etwa großen Eckzähnen oder wichtigen Kauzähnen, kann der Zahnerhalt eine Alternative zur Extraktion sein.
Termin in unserer Praxis in Mannheim
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Fachliche Quellen
- Niemiec B, Gawor J, Nemec A et al.: World Small Animal Veterinary Association Global Dental Guidelines. Journal of Small Animal Practice, 2020.
- Bellows J, Berg ML, Dennis S et al.: 2019 AAHA Dental Care Guidelines for Dogs and Cats. Journal of the American Animal Hospital Association, 2019;55(2):49–69.
- American Veterinary Dental College: AVDC Nomenclature.
Hinweis: Diese Informationen ersetzen keine tierärztliche Untersuchung. Die konkrete Therapie wird nach klinischer Untersuchung, Dentalröntgen und individueller Beurteilung Ihres Tieres festgelegt.